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Canon Maxify GX4050 - mehrere Fragen

Verfasst: So 05 Apr, 2026 13:27
von just4fun
Zunächst:
TurboPrint erfüllt weitgehend meine Erwartungen beim Wunsch, weitgehend farbrichtig drucken zu können! Und es scheint mir das einzige Programm zu sein, dass diese Funktion auch unter Linux bereit stellt. (Ich arbeite übrigens unter Manjaro-Linux mit XFCE-Desktop.)

Die Profilierung meines Canon-Druckers war von Anfang an aussichtsreich, da der Druck von Linearisierungs-Charts bereits zeigte, dass der Drucker bei jeder Farbe bereits ab Werk ziemlich linear arbeitet. Allerdings ersetzt Canon bereits sehr früh in dunkleren Bereichen die Farben durch Schwarz, wodurch ein Fotodruck ziemlich unattraktiv wird. Zudem war ein deutlicher Farbstich im Bereich Cyan-Grün zu beobachten.
Wäre der Drucker weniger linear, sodass z.B. die Tiefen bereits früh zulaufen / absaufen, gibt es auf den Farbmesscharts in den dunklen Tönen ja keine unterschiedlichen Messwerte mehr, sodass hier mittels Profilierung nichts hätte korrigiert werden können. – Daraus ergibt sich die Frage, warum TurboPrint keinen zweistufigen Ablauf anbietet, bei dem problematische Drucker im ersten Schritt erst mal linearisiert werden können, um sie danach optimal profilieren zu können.

Nachdem ich TurboPrint lizenziert habe und mehrere Profile erfolgreich mittels Argyl-CMS und einem EyeOne-Pro erstellt habe sind jetzt noch folgende Fragen offen geblieben:

1.) TurboPrint-Monitor zeigt den Tintenfüllstand und den Tintenverbrauch nicht korrekt an. Der Füllstand bleibt anscheinend immer für Schwarz auf 80% und für alle drei Farben auf 70%. Dabei habe ich inzwischen mindestens 20 Farbmesscharts DIN A4 strip für Profilierungen gedruckt und die fressen ja wirklich viel Tinte.
Auch der Verbrauch vom letzten Druck wird seltsam angezeigt mit Werten von z.B. gelb 10674 magenta 10318 und cyan 9339. Und insgesamt zeigen die Farben gelb 1414608 magenta 1445461 cyan 1418960. Was sagt mir das???


2.) Wenn ich die Farben der ausgedruckten Farbmess-Charts vergleiche, wenn das Chart einmal korrekt ohne Farbmanagement über TurboPrint gedruckt wird und nach der Profilierung mit einem dem Chart-Bild zugewiesenen sRGB-Profil, dann sehe ich zwar eine deutliche Farbkorrektur. Aber z.B. scheint der Drucker von sich aus bereits erhebliche Begrenzungen den Tintenauftrag betreffend eingebaut zu haben, sodass kein größerer Gamut erreichbar ist. Es scheint so, dass zumindest mit diesem Drucker durch TurboPrint einfach nicht mehr erreicht werden werden kann und das Tinten-Limit in TurboPrint unbeachtet bleibt, weil die Druckerfirmware anscheinend begrenzt.
Gibt es noch eine Möglichkeit, doch etwas mehr Tintenauftrag zu erreichen? Oder muss ich das so als gegeben akzeptieren?


Fragen, die durchaus eher mit Linux zu tun haben mögen:
3.) In vielen Linux-Programmen wird ein einheitlicher Druck-Dialog angeboten (Drucken / Erweiterte Einstellungen) Dort kann der Arbeitsfarbraum ausgewählt werden (default = sRGB) und darunter ein CMYK-Farbraum (default = Euro), wobei der auch wählbare ISOctd v2 sinnvoller wäre. Aber bedeutet diese Auswahl, dass eine Profilverrechnung im Sinne von Proofdruck erfolgt? – Testdrucke zeigten mir aber kaum Unterschiede, wenn für CMYK ein anderes Profil gewählt wird.
Wohl aber hat die Änderung des Arbeitsfarbraums erhebliche Wirkung. Ist ja auch verständlich, weil Linux wohl davon ausgeht, dass alle Office-Programme / nicht farbmanagement-fähigen Programme de facto mit sRGB arbeiten oder dies voraus setzen.


4.) Wenn ich als Drucker "TurboPrint" auswähle, hätte ich erwartet, dass die dann zur Auswahl stehenden farbrelevanten Werte automatisch vom im Turboprint ausgewählten Profil-Set übernommen werden. Das ist nicht der Fall:
Nachdem ich über das Papier-Auswahl-DropDown ein TurboPrint-Profilset ausgewählt habe, bleibt z.B. die Druckerrasterung (Auflösung) dennoch bei 600 dpi, statt diejenige vom Profilset automatisch zu übernehmen. Und die Rasterung / das Druckraster wird ebenfalls nicht vom TurboPrint übernommen, steht aber per default glücklicher Weise richtig. Auch ist immer der perceptive RenderingIntent ausgewählt, wobei ich da keine Einwände habe, da mein Drucker eh einen viel kleineren Gamut hat als sRGB bereit stellt. Wer einen echten Photodrucker hat, müsste ggfs. auf relativ-colorimetrisch umstellen.
Haben diese Eigenheiten damit zu tun, dass Turbo-Print diese Werte / Einstellungen nicht an den Linux-Treiber / Druckdialog übergeben kann? Wenn ja, wäre es da nicht besser, wenn TurboPrint seinen komplett eigenen Druckdialog mitliefert?

Von diesen Fragen abgesehen, bin ich mit TurboPrint sehr zufrieden!